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Der Weg zum ZGSZ

Namenwechsel
Das Zen­trum für Gehör und Spra­che hat in sei­ner 200-jäh­ri­gen Ge­schich­te häu­fig den Namen ge­wech­selt. Mit dem Na­mens­wech­sel re­a­giert die In­sti­tu­ti­on auf ge­sell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen. Zum Bei­spiel führt die An­stalt mit der Ver­staat­li­chung den Zu­satz «Kan­to­nal» im Namen. Oder die Ge­hör­lo­sen­schu­le streicht das nicht mehr zeit­ge­mäs­se Wort «taub­stumm» aus der of­fi­zi­el­len Be­zeich­nung. Das sich wan­deln­de päd­ago­gi­sche Ver­ständ­nis wird je­doch im Na­men­wech­sel nicht ab­ge­deckt.
Das Zentrum
Die Ge­hör­lo­sen­schu­le ist am Ende der 1990er Jahre noch Teil der kan­to­na­len Ver­wal­tung. Doch längst ist die GSZ aus sei­nem Stand­ort in Wol­lis­ho­fen hin­aus­ge­wach­sen. Mit­a­r­bei­ter:innen be­treu­en etwa ge­hör­lo­se oder schwer­hö­ri­ge Kin­der in der Volks­schu­le im ge­sam­ten Kan­ton Zü­rich. Die ver­schie­de­nen Dienst­leis­tun­gen und An­ge­bo­te unter einen Hut zu brin­gen ist her­aus­for­dernd.
Das kan­to­na­le «Kor­sett» passt für die «alte Ge­hör­lo­sen­schu­le» längst nicht mehr. Unter Di­rek­tor Jan Kel­ler passt die Ge­hör­lo­sen­schu­le ihre his­to­risch ge­wach­se­nen Struk­tu­ren und den Namen an. Die zen­tra­le Ver­wal­tung wird bei Di­rek­tor Jan Kel­ler kon­zen­triert. Fach­ab­tei­lun­gen wie die «Früh­for­de­rung» oder die «Be­ra­tung» er­hal­ten mehr Kom­pe­ten­zen. Mit dem Be­griff «Zen­trum» wird si­cher­ge­stellt, dass alle Dienst­leis­tun­gen unter dem glei­chen Namen er­bracht wer­den. Seit 2005 tritt das Zen­trum für Gehör und Spra­che ZGSZ nun unter die­sem Namen auf.
Die an­ge­pass­ten Ab­läu­fe be­nö­ti­gen eine neue ge­setz­li­che Grund­la­ge. 2007 ver­ab­schie­det der Re­gie­rungs­rat ein Ge­setz, um das ZGSZ aus der Ver­wal­tung aus­zu­glie­dern. Neu soll das ZGSZ als selb­stän­di­ge öf­fent­lich-recht­li­che An­stalt ge­führt wer­den. Mit der Aus­glie­de­rung bleibt das jahr­hun­der­te­al­te Know-how und der Bil­dungs­auf­trag für ge­hör­lo­se, schwer­hö­ri­ge und sprach­ge­brech­li­che Kin­der er­hal­ten. Gleich­zei­tig bie­tet die Aus­glie­de­rung dem ZGSZ un­ter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tung und Frei­raum für eine ei­gen­stän­di­ge Ent­wick­lung. Der obers­te Füh­rungs­rat bil­det der Zen­trums­rat.
Eine neue Ära
Der Re­gie­rungs­rat hat zwar das er­for­der­li­che Ge­setz für die Aus­glie­de­rung aus­ge­ar­bei­tet. Der ab­sch­lies­sen­de Ent­scheid fällt je­doch im Kan­tons­rat. Und dort er­rin­gen die Ge­hör­lo­sen einen wich­ti­gen Sieg: Mit gros­ser Mehr­heit stimmt der Kan­tons­rat einem An­trag zu, dass dem Zen­trums­rat min­des­tens eine ge­hör­lo­se oder sprach­ge­brech­li­che Per­son an­ge­hö­ren muss. Mit die­ser für die Ge­hör­lo­sen ge­wich­ti­gen Än­de­rung ver­ab­schie­det der Kan­tons­rat das Ge­setz «Ge­setz über das Zen­trum für Gehör und Spra­che» am 11. Fe­bru­ar 2008. Das Ge­setz tritt am 1. Ja­nu­ar 2009 in Kraft und macht den Weg frei für eine neue Ära.

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